Die Wilde Karde (Dipsacus fullonum) ist eine Pionierpflanze, die sich gerne in Kiesgruben, an Ufern und an spät gemähten Wegrändern ansiedelt. Am häufigsten trifft man die ursprünglich aus dem mediterranen Raum stammende Wildpflanze in angesäten Buntbrachen an. Wie viele 2-jährige Arten bildet sie im ersten Jahr eine grosse, wintergrüne Rosette und aus der wachsen im zweiten Standjahr bis 2 Meter hohe verzweigte Stängel mit Distelblüten. Mittig von den kolbenförmigen Blütenköpfen bildet sich ein Ring aus vielen Einzelblüten. Aus diesem Blütenring werden zwei – einer wandert nach oben und einer nach unten. Fast wichtiger als die Blüte sind jedoch die schmucken Samenstände. Sie zeigen im Winter eine auffallende Struktur und sind bei Distelfinken und anderen Vögeln heiss begehrt.
Standort im Garten
Die Wilde Karde mag einen sonnigen Standort und stellt an den Boden sehr wenig Ansprüche. Mit ihrer langen Pfahlwurzel ist sie für Gefässe ungeeignet. Da alle Pflanzenteile mit Stacheln bewehrt sind, empfehlen wir, sie nicht an Orte zu pflanzen, wo man häufig durchläuft. Ein guter Platz ist im Hintergrund von grossen Beeten, wo sie mit ihren markanten Formen gut mit anderen Grossstauden wie z.B. dem Riesenpfeifengras (Molinia arundinacea) oder dem Wermut (Artemisa absinthium) kombiniert werden kann. Selbst in den wildesten Ecken des Naturgartens wird sie von Schnecken in Ruhe gelassen.
Selbstaussaat
Da sich die 2-jährige Pflanze stark versamt, empfehlen wir genügend Abstand zu Wegen einzuhalten. Das Abschneiden der Samenstände vor der Samenreife ist keine sinnvolle Option, weil die Wilde Karde im Winter den Garten schmückt und Vögel nährt. Am besten entfernt man die Sämlinge bevor sie grosse Rosetten bilden und Nachbarpflanzen verdrängen. Einzelne Nachkommen können an geeigneter Stelle stehen gelassen werden – diese Art von Gestaltung nennen wir gerne Kreativ-Jäten.
Verwendung als Nutzpflanze
Der Samenstand der Wilden Karde kann für die Trockenbinderei genutzt werden. Die Wurzel spielt in der Naturheilkunde eine wichtige Rolle. Früher wurde mit den distelartigen Samenständen Wolle gekämmt, daher kommt ihr Name «Wilde Karde».
- Winterschmuck
- Futter für Vögel
- Starke Selbstaussaat



