Die Süssdolde (Myrrhis odorata) wächst im Garten am liebsten an einem halbschattigen Platz, wo es feuchten, humosen Boden gibt. Sollte sich kein solcher Platz finden lassen, kann die Süssdolde auch problemlos in grossen, hohen Gefässen kultiviert werden. Das voluminiöse, farnartig-filigrane Laub wird von weissen Doldenblüten garniert. So zeigt die Süssdolde eine aparte Erscheinung, wobei ihre dekorative Wirkung besonders gut an naturnahen Gehölzrändern zur Geltung kommt. Alle Pflanzenteile sind essbar und der süssliche Geschmack erinnert an Anis oder Lakritze.
Ansprüche im Garten
Aufgrund ihrer Pfahlwurzel lässt sich Myrrhis odorata nicht gerne umpflanzen. Sie dankt einen gut gewählten Platz mit jährlicher Wiederkehr und ist ansonsten unkompliziert in der Handhabung. Im Prinzip erfordert die Süssdolde keinerlei nennenswerte Pflege, vollkommen winterhart muss sie weder geschützt noch im Frühjahr zurückgeschnitten werden. Das dörre Winterlaub lassen wir jeweils als schützenden Mulch im Herbst stehen, wenn sich die Staude zurückzieht. Im Frühjahr, wenn die Pflanze neu austreibt, ist dann meist kaum mehr etwas von dem alten Laub da, das abgeräumt werden müsst.
Allerlei Kulinarisches
Das Wichtigste vorweg: Wer das Aroma der Süssdolde gekostet hat, wird die Pflanze künftig an ihrem süss-lakritzigen Aroma eindeutig erkennen können und eine Verwechslung mit unbekömmlichen Doppelgängern so vermeiden.
Grundsätzlich werden bei der Süssdolde besonders die Blätter sowie die unreifen Samenständen zum Würzen benutzt. Bei den noch nicht ganz reifen, länglichen Früchten ist das Lakritz-Aroma übrigens am intensivsten.
Das Anisaroma der Süssdolde verleiht etwa Fisch und Meeresfrüchten, aber auch Fleischgerichten und Saucen eine besondere Note und kann hervorragend mit anderen Doldenblütlern wie Kümmel oder Kerbel kombiniert werden. Und auch im Brotteig ergeben die zerstossenen Früchte eine intensive Note, die an Brotgebäck aus Südtirol erinnert.
Die jungen Blätter ergeben mit ihrem starken Anisduft eine interessante Zugabe in Frühlingssalaten.
Zu guter Letzt sind auch Stängel der Süssdolde mit ihrem konzentriert süßen Aroma für die Zubereitung von Desserts geeignet. Zur Zubereitung von Süssspeisen können sie dazu verwendet werden, um Zucker reduzieren und eine besondere Geschmacksnote zu erhalten. Wir finden, ein tolles Rezept ist das Einkochen zusammen mit Rhabarber. So ergibt sich in Kombination mit der herben Säure von Rhabarber eine aparte Geschmacksnuance!
Die im Bernbiet unter dem Namen Chörblichrut bekannte Süssdolde ist auch in der Naturheilkunde bekannt. Sie wird traditionell als hustenstillendes Mittel oder zur Magenstärkung eingesetzt. Im Frühjahr kann das Kraut zu einer blutreinigenden Kur eingenommen werden. Für weitere Informationen zu den verschiedenen Anwendungen verweisen wir hier auf die naturheilkundigen Fachstellen.
- Heil-und Würzkraut
- Farnartiges Laub
- Wertvoll für Käfer



